Take Aways des 20. Finfluencer Circles von Simon Seiter
In seiner Präsentation „Geopolitical Impact of Stablecoins“ zeigt Simon eindrucksvoll: Stablecoins sind längst kein reines Krypto-Thema mehr. Sie entwickeln sich zu einem geopolitischen Faktor – mit direkten Auswirkungen auf Staatsfinanzen, Währungsdominanz und globale Kapitalströme.
Die zentrale Frage lautet:
Wenn Stablecoins globale Zahlungsinfrastruktur werden – wer kontrolliert dann die Liquidität der digitalen Wirtschaft?
Stablecoins als neue geopolitische Infrastruktur
Simon stellt die provokante Frage warum Stablecoins überhaupt geopolitische Relevanz haben sollten.
Die Antwort liegt in ihrer Funktion:
- Sie sind digitale Dollar, Euro oder andere Fiat-Abbilder
- Sie werden global 24/7 genutzt
- Sie dienen als Settlement-Layer für tokenisierte Märkte
- Sie bündeln enorme Kapitalreserven
Stablecoins sind damit nicht nur Zahlungsinstrumente – sie sind digitale Staatsanleihen-Käufer, Liquiditätskanäle und geopolitische Hebel zugleich.
Die stille Macht der Reserveverwaltung
Ein besonders spannender Punkt seiner Rede ist die Rolle der Stablecoin-Emittenten als neue Käufergruppe am Markt für Staatsanleihen.
Stablecoin-Reserven bestehen überwiegend aus:
- Kurzlaufenden US-Treasuries
- Hochliquiden Geldmarktinstrumenten
- Bankeinlagen
Das bedeutet:
Je größer Stablecoins werden, desto relevanter werden sie für die Refinanzierung staatlicher Schulden.
In Zeiten wachsender US-Staatsverschuldung wird deutlich:
Stablecoins stabilisieren indirekt die Nachfrage nach Staatsanleihen.
Digitale Dollar stärken damit die globale Dollar-Dominanz.
Tokenisierte Wirtschaft: 16 Billionen USD bis 2030?
Eine Studie (BCG), auf die Simon verweist, prognostiziert eine tokenisierte Wirtschaft von bis zu 16 Billionen USD bis 2030 – rund 10 % des globalen BIP AllUnity_Geopolitical Impact of….
Stablecoins sind dabei das Fundament:
- Aktuell ca. 250 Mrd. USD Marktvolumen
- Potenzial von 10 Billionen USD in 10 Jahren
- Bereits heute dreistellige Milliardenbeträge an On-Chain-Volumen an einzelnen Wochenenden AllUnity_Geopolitical Impact of…
Tokenisierte Märkte brauchen vor allem eines:
Zahlungen. Und zwar programmierbare, sofortige, globale Zahlungen.
Stablecoins liefern genau das.
Warum die USA plötzlich bullish sind
Ein weiterer zentraler Punkt der Präsentation:
Warum unterstützt die US-Regierung Stablecoins zunehmend? AllUnity_Geopolitical Impact of…
Die geopolitische Logik ist klar:
- Digitale Dollar sichern die Währungsdominanz
- Stablecoin-Reserven stützen den Treasury-Markt
- Kapital bleibt im US-Finanzsystem verankert
- Globale Märkte nutzen USD-Infrastruktur – auch on-chain
Stablecoins werden damit zu einem strategischen Instrument der Wirtschaftspolitik.
Europa: Chance oder Abhängigkeit?
Die Präsentation endet mit einer klaren Mission:
Eine führende europäische, BaFin-regulierte Payment-Lösung zu etablieren, die 24/7 Settlement, 1:1-Euro-Peg und institutionelle Standards bietet AllUnity_Geopolitical Impact of….
Die strategische Dimension für Europa:
- Eigene Euro-Stablecoin-Infrastruktur
- Souveräne Reserveverwaltung
- Institutionelle Integration
- Multi-Chain & öffentliche Blockchains
- Transparente, vollständig gedeckte Reserven
Ohne starke Euro-Stablecoins droht eine strukturelle Abhängigkeit von USD-basierten digitalen Märkten.
Fazit: Stablecoins sind Machtpolitik in Code
Simons Präsentation macht deutlich:
Stablecoins sind nicht nur FinTech-Innovation.
Sie sind:
- Käufer staatlicher Schuldtitel
- Infrastruktur der tokenisierten Wirtschaft
- Hebel für Währungsdominanz
- Verbindungsglied zwischen Realwirtschaft und On-Chain-Märkten
Wer die Reserven der digitalen Wirtschaft verwaltet, beeinflusst Kapitalströme.
Wer die Zahlungsinfrastruktur kontrolliert, prägt Märkte.
Stablecoins sind damit kein Randphänomen mehr –
sie sind Teil der geopolitischen Architektur des 21. Jahrhunderts.