Tech & Tacheles: Warum Banking auch im KI-Zeitalter ein Vertrauensgeschäft bleibt
Wie datengetrieben muss der Vertrieb der Zukunft sein? Welche Rolle spielen Storytelling und Content beim Aufbau von Vertrauen? Und warum bleibt der Mensch auch im digitalisierten Banking unverzichtbar? In der aktuellen Folge von Tech & Tacheles diskutieren Oliver Stock, Herausgeber von Business Punk, und Florian Geiling, Chief Marketing Officer bei Sopra Financial Technology, offen über die Grenzen von Automatisierung, den Wert persönlicher Ansprache und die Bedeutung ehrlicher Kommunikation. Im Fokus stehen datenbasierter Vertrieb, verständliche Finanzkommunikation, Standardisierung versus Individualisierung sowie die Frage, wie Kooperationen und bewusste Disruption die Zukunft des Bankings prägen.
Datengetrieben, automatisiert, personalisiert: Die Zukunft des Bankings scheint klar umrissen. Und doch zeigt die aktuelle Folge des Podcasts Tech & Tacheles, dass Technologie allein nicht ausreicht. In einer pointierten Diskussion sprechen Oliver Stock, Herausgeber von Business Punk, und Florian Geiling, Chief Marketing Officer von Sopra Financial Technology, über Vertrieb, Storytelling, Content, Kooperationen und die Frage, warum der Mensch im Banking unverzichtbar bleibt.
Daten, ja – aber mit Augenmaß
Gleich zu Beginn wird deutlich: Datengetriebener Vertrieb ist kein neues Phänomen. „Vertrieb war schon immer datenbasiert und personalisiert“, ordnet Florian Geiling ein. Die eigentliche Veränderung liege in den Nuancen und im Spannungsfeld zwischen Automatisierung und persönlicher Ansprache.
Oliver Stock warnt davor, sich blind auf Algorithmen zu verlassen. Anhand alltäglicher Beispiele zeigt er, wie datengetriebene Systeme an der Realität vorbeilaufen können. Sein Fazit: Technologie kann unterstützen, darf aber gesunden Menschenverstand und Empathie nicht ersetzen.
Storytelling: hilfreich, aber kein Ersatz für Verständnis
Kontrovers wird es beim Thema Storytelling. Während Geiling betont, dass Geschichten helfen, komplexe Finanztechnologien wie Blockchain oder Kryptowährungen verständlich zu machen, bleibt Stock skeptisch. Geschichten könnten Interesse wecken, ersetzten aber keine echte Auseinandersetzung mit Produkten.
Einigkeit besteht dennoch in einem Punkt: Finanzprodukte müssen verständlich erklärt werden. Gute Kommunikation kann den Einstieg erleichtern, lernen und durchdringen müssen Kundinnen und Kunden die Inhalte am Ende selbst.
Content schafft Vertrauen – wenn er ehrlich ist
Beim Thema Content sind sich beide Gesprächspartner überraschend nah. Content kann Vertrauen aufbauen, Emotionen transportieren und Orientierung geben. Voraussetzung ist jedoch Glaubwürdigkeit.
„Vertrauenswürdiger Content ist ehrlicher Content“, sagt Stock und mahnt zur Selbstkritik im Marketing. Inhalte dürften nicht nur die „halbe Wahrheit“ erzählen. Auch Geiling betont den Spagat zwischen positiver Darstellung und realistischer Einordnung.
Standardprodukte, Individualisierung und die Rolle von Kooperationen
Nicht jedes Bankprodukt muss hochgradig personalisiert sein. Für viele alltägliche Bedürfnisse seien Standardprodukte völlig ausreichend. Gleichzeitig zeigt die Diskussion: Innovationen entstehen dort, wo Banken kooperieren – etwa mit FinTechs oder Technologiepartnern.
Doch auch hier bleibt Raum für Widerspruch. Stock plädiert für mehr Mut zur Disruption und weniger Gleichförmigkeit. Fortschritt entstehe nicht nur durch Kooperation, sondern auch durch bewusstes Ausscheren aus bestehenden Systemen.
Fazit: Technik braucht Haltung
Zum Abschluss wird klar: Die Herausforderungen im Banking liegen weniger in der Technologie selbst als im Umgang mit ihr. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Geschäftsmodelle eröffnen enorme Chancen. Vorausgesetzt, Verantwortung, Urteilsvermögen und Vertrauen bleiben beim Menschen.
Oder wie es in Tech & Tacheles immer wieder anklingt: Banking ist auch im digitalen Zeitalter ein Geschäft zwischen Menschen.
Ein Format mit Haltung
„Tech & Tacheles“ richtet sich an Entscheiderinnen und Entscheider von Finanzdienstleistern. In jeder Folge ziehen die Gäste Karten mit provokanten Thesen aus einer „Blackbox“, beziehen Position und diskutieren offen und fachlich fundiert. Moderiert wird der Podcast von Birgit Hass, Senior Marketing Managerin bei Sopra Financial Technology.
Jetzt reinhören
Die neue Folge von Tech & Tacheles „KI im Risikocontrolling – zwischen Kontrollverlust und Effizienzgewinn“ ist ab sofort online. Jetzt reinhören – auf Spotify, Apple Podcasts oder unter: www.sopra-financial-technology.com/podcast
Über den Podcast
„Tech & Tacheles“ ist der Podcast von Sopra Financial Technology für die Finanzbranche. Externe und interne Expertinnen und Experten sprechen über IT, Technologie und Banking – klar, meinungsstark und fundiert. Ohne Buzzwords, mit Haltung. Mehr Infos zu Tech & Tacheles finden Interessierte hier: https://www.sopra-financial-technology.com/de-de/insights/podcast
Über Sopra Financial Technology:
Sopra Financial Technology GmbH bietet einen regulatorisch konformen Betrieb von modularen, skalierbaren und anpassbaren Applikationen in der Finanzdienstleistungsbranche. Das Unternehmen verbindet traditionelle Legacy-Systeme mit innovativen Produkten und Services unter Einbeziehung moderner Cloud-Lösungen in einem hochperformanten Betrieb und in sicherer Umgebung. Mit etwa 300 Mitarbeitenden und Hauptsitz in Nürnberg zeichnet sich das Unternehmen durch Expertise in Bankwesen, Regulatorik, Lösungsorientierung und Projektmanagement aus. 1983 als Sparda-Datenverarbeitung eG gegründet, ist die Sopra Financial Technology GmbH seit 2019 Teil der Sopra Steria Group mit mehr als 50.000 Mitarbeitenden in rund 30 Ländern.