Next Chapter: YOU! – Was unser Umgang mit Geld mit uns selbst zu tun hat
Von Birgit Hass
Wenn wir über finanzielle Bildung sprechen, geht es häufig um Wissen: Wie funktioniert die Börse? Was bedeutet Risikostreuung? Wie lässt sich langfristig Vermögen aufbauen?
Doch bevor wir finanzielle Entscheidungen treffen, bringen wir bereits etwas mit: Vorstellungen darüber, was Geld bedeutet. Erfahrungen aus unserer Familie. Wünsche, Unsicherheiten und manchmal Überzeugungen, die wir nie bewusst hinterfragt haben.
Genau hier bietet „Next Chapter: YOU! – In 30 Tagen zur besten Version deiner selbst“ von Nadja Trunk einen interessanten Anknüpfungspunkt.
Das bei GABAL erschienene Buch ist ein Journal zur persönlichen Reflexion. Ein eigenes Kapitel zum Money-Mindset stellt dabei eine Verbindung her, die auch für unsere Community relevant ist: Wie wir mit Geld umgehen, hängt mit unseren Werten, unserem Selbstbild und unseren Vorstellungen von einem guten Leben zusammen.
Welche Geschichte erzählen wir uns über Geld?
Über Geld sprechen wir oft so, als wäre es eine rein sachliche Angelegenheit. Im Alltag erleben wir jedoch, wie emotional das Thema sein kann.
Für manche steht Geld vor allem für Sicherheit. Für andere für Unabhängigkeit, Anerkennung oder die Möglichkeit, etwas zu erleben. Auch innerhalb einer Familie können diese Vorstellungen weit auseinanderliegen.
Nadja Trunk lädt dazu ein, die eigene Prägung zu untersuchen. Ihr Money-Mindset-Kapitel fragt nach übernommenen Überzeugungen, dem persönlichen Verständnis von Reichtum und dem Gefühl beim Blick auf die eigene finanzielle Situation.
Daraus ergibt sich für mich eine wichtige Frage: Verfolge ich eigentlich meine eigenen finanziellen Ziele oder ein Bild von Erfolg, das andere für mich entworfen haben?
Finanzielle Selbstbestimmung braucht Klarheit
Ein höheres Einkommen beantwortet noch nicht automatisch die Frage, wofür wir Geld einsetzen möchten. Und ein Lebensstil, der von außen erfolgreich aussieht, muss sich von innen nicht passend anfühlen.
Das Journal schafft Raum, solche Widersprüche wahrzunehmen. In einer kreativen Übung werden finanzielle Wünsche mithilfe eines gezeichneten Baumes sichtbar gemacht. Die Idee dahinter: Ziele konkretisieren und darüber nachdenken, welche Schritte zu ihnen führen könnten.
Für die Finanzbildung lässt sich daran gut anknüpfen. Wer seine Prioritäten kennt, kann gezielter Fragen stellen und Wissen auf die eigene Lebenssituation beziehen.
Dabei bleibt die Einordnung wichtig: Ein reflektierter Umgang mit Geld ergänzt Finanzwissen. Er ersetzt weder Kenntnisse über Risiken und Kosten noch die Berücksichtigung des tatsächlich verfügbaren Budgets. Finanzielle Spielräume hängen auch von Einkommen, Lebensumständen und Verpflichtungen ab.
Warum auch Vergleiche und Selbstwert dazugehören
Das Buch behandelt insgesamt 30 Themen in fünf Phasen: Selbsterkenntnis, innere Balance, Selbstwert, Beziehungen und die Gestaltung des eigenen Lebens.
Dazu gehören auch Vergleiche, FOMO, gesellschaftlicher Druck und Medienkonsum. Gerade aus Sicht einer Finanzcommunity sind das spannende Nachbarthemen.
Was passiert, wenn wir den eigenen Alltag ständig mit den sichtbaren Erfolgen anderer vergleichen? Wie beeinflusst das unsere Vorstellung davon, was wir besitzen oder erreicht haben müssten? Und wie behalten wir unsere eigenen Ziele im Blick?
Das sind Fragen, die ich aus der Lektüre für unsere Diskussion über finanzielle Selbstbestimmung mitnehme.
Mein Fazit
„Next Chapter: YOU!“ bietet einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Gewohnheiten. Kurze Impulse, Reflexionsfragen und Übungen machen das Buch zu einem Arbeitsbuch, dessen persönlicher Nutzen vor allem beim Ausfüllen entsteht.
Den Untertitel würde ich als Einladung verstehen, sich einen Monat lang bewusst Zeit zu nehmen. Persönliche Entwicklung folgt schließlich keinem festen 30-Tage-Zeitplan.
Für den Finfluencer Circle liegt der interessante Gedanke in der Verbindung von Selbstkenntnis und finanzieller Bildung: Wer versteht, welche Wünsche und Überzeugungen hinter den eigenen Entscheidungen stehen, hat einen zusätzlichen Ausgangspunkt, um sich fundiert mit Geld auseinanderzusetzen.
Zusätzlich kann ich ein BEYOS Profil von Daniela Grumbach empfehlen.
Da lernt man direkt sich selber zu lesen.
Eure Birgit
Buch: Nadja Trunk: Next Chapter: YOU! – In 30 Tagen zur besten Version deiner selbst. GABAL Verlag, 2026.